Gemeinsam Verantwortung übernehmen – Dialog statt Eskalation in der Bahnhofstraße
Die Bahnhofstraße in Plauen ist seit längerer Zeit ein Treffpunkt junger Menschen. Wie an vielen öffentlichen Orten kam es auch hier immer wieder zu Spannungen, Beschwerden und Konflikten. Statt auf Eskalation oder Verdrängung zu setzen, wurde in diesem Fall bewusst ein anderer Weg gewählt: Dialog, Beteiligung und gemeinsame Verantwortung.
Die Initiative für eine Aufräumaktion ging von der Stadt aus. Bürgermeister Kämpf und Stadtrat Stubenrauch nahmen das Thema auf und brachten gemeinsam mit weiteren Beteiligten eine konkrete Aktion auf den Weg. Ziel war es, ein sichtbares Zeichen zu setzen – nicht gegen junge Menschen, sondern mit ihnen.
Die Mobile Jugendarbeit (MJA) beteiligte sich aktiv an der Umsetzung. Sie unterstützte die Aktion organisatorisch und praktisch, stellte unter anderem Müllsäcke zur Verfügung und sorgte mit kleinen Pausensnacks für eine wertschätzende Atmosphäre während des Arbeitseinsatzes. Vor allem aber brachte die Mobile Jugendarbeit das ein, was ihre Arbeit seit Jahren auszeichnet: belastbare Beziehungen.
Denn die MJA ist konsequent und dauerhaft mit den jungen Menschen im Gespräch – nicht nur in der Bahnhofstraße, sondern auch mit anderen Gruppen im gesamten Stadtgebiet. Diese kontinuierliche Beziehungsarbeit bildete eine wichtige Grundlage dafür, dass die gemeinsame Aktion möglich wurde und von allen Seiten konstruktiv getragen werden konnte.
Am vereinbarten Samstag im November machten sich mehrere Teams daran, Verunreinigungen in der Bahnhofstraße sowie in angrenzenden Bereichen zu beseitigen. Junge Menschen, Vertreter der Stadt und Beteiligte aus dem Umfeld arbeiteten mehrere Stunden gemeinsam. Dabei ging es nicht nur ums Aufräumen, sondern auch um Begegnung, Austausch und gegenseitiges Verständnis.
Die Aktion zeigte deutlich, was möglich ist, wenn Stadt, junge Menschen und Sozialarbeit Verantwortung teilen: Konflikte müssen nicht eskalieren, sondern können im Gespräch und durch gemeinsames Handeln bearbeitet werden. Für alle Beteiligten ist klar, dass es sich dabei nicht um eine einmalige Maßnahme handelt, sondern um einen Prozess, der Zeit, Präsenz und Verlässlichkeit braucht.
Ein Beispiel dafür, dass Dialog wirkt – und dass gemeinsames Handeln mehr bewegt als gegenseitige Zuschreibungen.
